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Für Privatpersonen6 min

Als Model in eine KI-Kampagne kommen: So funktioniert es ohne Agentur

Wer heute als Model, Schauspielerin oder Creator in Werbung will, kennt den klassischen Weg: Sedcard, Agentur, Casting, Shooting, Buy-out. Für KI-generierte Werbung gilt dieser Weg nicht mehr. Unternehmen brauchen für eine KI-Kampagne kein Shooting, sondern ein Erscheinungsbild, das sie rechtlich sauber nutzen dürfen. Genau das lizenzierst du, und zwar selbst.

Was Unternehmen tatsächlich suchen

Seit dem 2. August 2026 muss KI-Werbung in der EU gekennzeichnet werden, und wer das Gesicht einer echten Person zeigt, braucht deren dokumentierte Einwilligung. Marken und Agenturen suchen deshalb nicht das berühmteste Gesicht, sondern ein glaubwürdiges, zu dem ein Vertrag gehört. Alter, Ausstrahlung und Typ zählen, nicht die Zahl der Follower. Das öffnet den Markt für Menschen, die nie ein klassisches Casting gewonnen hätten.

Der Weg in fünf Schritten

1. Registrieren und Identität bestätigen

Die Registrierung dauert wenige Minuten und kostet nichts. Danach bestätigst du deine Identität mit Ausweis, Live-Selfie und einem Zahlencode. Das ist der Schritt, den die meisten überspringen wollen, und zugleich der wichtigste: Ohne bestätigte Identität darf dich kein Unternehmen anfragen. Die Prüfung schützt dich, denn sie stellt sicher, dass niemand sonst mit deinem Gesicht auftritt.

2. Anzeigebilder hochladen

Deine Anzeigebilder sind das, was verifizierte Unternehmen in der Suche sehen. Ein Bild ist Pflicht, bis zu sechs sind möglich. Jedes Bild wird einzeln geprüft und freigegeben. Gute Anzeigebilder zeigen dich so, wie du im Alltag aussiehst, bei Tageslicht und ohne starke Filter. Unternehmen wollen wissen, wen sie lizenzieren, nicht wie gut dein Bildbearbeitungsprogramm ist.

3. Regeln festlegen

Du bestimmst vorab, wofür du nicht zur Verfügung stehst. 25 Branchen lassen sich vollständig sperren, etwa Glücksspiel, Alkohol, Politik oder Pharma. Erotik und Pornografie sind für alle ausgeschlossen. Diese Sperren gelten automatisch für jede Anfrage, du musst sie nicht jedes Mal neu verhandeln.

4. Die Anfrage prüfen und entscheiden

Findet ein Unternehmen dich passend, schickt es eine Anfrage. Darin stehen Marke, Kampagne, Laufzeit, Kanäle, Gebiet und dein Betrag in Euro. Du kannst annehmen oder ohne Begründung ablehnen. Nimmst du an, entsteht ein Lizenzvertrag nach deutschem Recht für genau diese Kampagne. Erst jetzt lädst du deinen Foto-Datensatz hoch, mit dem das Unternehmen arbeiten darf.

5. Auszahlung und Nachweis

65 Prozent des Lizenzpreises gehen an dich, bei mindestens 900 Euro netto je Lizenz. Die Auszahlung wird 14 Tage nach deiner Annahme angewiesen. Jede Lizenz hat einen Lizenznachweis mit Kurzkennung, den jeder über eine Prüfseite aufrufen kann. Das ist deine Referenz: Marke, Zeitraum, Umfang, schwarz auf weiß.

Was eine Lizenz nicht ist

Eine Lizenz ist kein Buy-out. Das Unternehmen darf dein Erscheinungsbild nur in dieser Kampagne nutzen, für die vereinbarte Laufzeit und die vereinbarten Kanäle. Es darf Pose, Kleidung und Umgebung verändern, nicht aber deine Identität. Allgemeines KI-Training, Gesichtserkennung und Weitergabe an Dritte sind vertraglich untersagt, mit Vertragsstrafe. Nach Ablauf muss das Unternehmen den Datensatz löschen und das bestätigen.

Der Unterschied zum klassischen Weg: Du bewirbst dich nicht, du wirst gefunden. Und du verkaufst nicht, du lizenzierst, Kampagne für Kampagne.

Mit oder ohne Agentur

Wer eine Agentur hat, kann sie behalten. FaceLedger vermittelt nicht und nimmt keine Provision für eine Vermittlung, sondern dokumentiert Identität, Einwilligung, Vertrag und Abrechnung. Viele Models sehen die Plattform als zweites Standbein für Kampagnen, die ohne Shooting auskommen. Prüfe nur, ob dein Agenturvertrag eine Exklusivität für digitale Nutzungen enthält, und sprich das offen an.

Was du realistisch erwarten kannst

FaceLedger ist seit August 2026 live und wächst. Anfragen kommen nicht täglich, sondern dann, wenn eine Kampagne zu dir passt. Ein vollständiges Profil mit mehreren freigegebenen Anzeigebildern wird häufiger gefunden als ein Profil mit einem einzigen Bild. Und wer den Foto-Datensatz schon vorbereitet hat, kann eine Anfrage sofort annehmen, statt das Unternehmen warten zu lassen.

Jedes KI-generierte Gesicht ist ein Rechtsrisiko. Es sei denn, es ist lizenziert.

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